Häufige Fragen zu FatiGROW
Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu den wissenschaftlichen Grundlagen von Long COVID und ME/CFS sowie zu Voraussetzungen, Ablauf und Rahmenbedingungen von FatiGROW.
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Wissenschaftliche Grundlagen zu Long COVID und ME/CFS
Definitionen, Pathophysiologie und Theorien
Diagnostik, Leitlinien und Medikamente
Psychotherapie und Psychoneuroimmunologie
Post Exertional Malaise, Pacing und Aktivitätsmanagement
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Wissenschaftliche Grundlagen zu Long COVID und ME/CFS
Definitionen, Pathophysiologie und Theorien
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Long COVID ist ein Oberbegriff für Beschwerden oder neue Erkrankungen, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion fortbestehen oder neu auftreten. Im deutschen Sprachgebrauch werden Beschwerden ab vier Wochen häufig Long COVID genannt. Das enger gefasste Post-COVID-Syndrom bezeichnet meist Beschwerden ab etwa drei Monaten.
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt die Post-COVID Condition als Beschwerden, die gewöhnlich innerhalb von drei Monaten nach der Infektion beginnen, mindestens zwei Monate anhalten, den Alltag beeinträchtigen und nicht besser durch eine andere Diagnose erklärt werden können (World Health Organization, 2025; Soriano et al., 2022). Der Verlauf kann gleichbleibend, schwankend, wiederkehrend oder fortschreitend sein (World Health Organization, 2025).
Quellen
World Health Organization. (2025, February 26). Post COVID-19 condition (long COVID). https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/post-covid-19-condition-%28long-covid%29
Soriano, J. B., Murthy, S., Marshall, J. C., Relan, P., Diaz, J. V., & WHO Clinical Case Definition Working Group. (2022). A clinical case definition of post-COVID-19 condition by a Delphi consensus. The Lancet Infectious Diseases, 22(4), e102–e107. https://doi.org/10.1016/S1473-3099(21)00703-9
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ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis beziehungsweise Chronisches Fatigue-Syndrom. Es handelt sich um eine komplexe, länger anhaltende Multisystemerkrankung. Kennzeichnend sind eine deutliche Verringerung des früheren Aktivitätsniveaus, Post-Exertional Malaise, nicht erholsamer Schlaf und häufig kognitive oder autonome Beschwerden (Bateman et al., 2021; National Institute for Health and Care Excellence, 2021).
ME/CFS beginnt häufig nach einer Infektion. Ein Teil der Menschen mit Long COVID erfüllt im Verlauf auch ME/CFS-Kriterien. Nicht jede Fatigue und nicht jedes Post-COVID-Syndrom ist jedoch ME/CFS (Bateman et al., 2021).
Quellen
Bateman, L., Bested, A. C., Bonilla, H. F., Chheda, B. V., Chu, L., Curtin, J. M., Dempsey, T. T., Dimmock, M. E., Dowell, T. G., Felsenstein, D., Kaufman, D. L., Klimas, N. G., Komaroff, A. L., Lapp, C. W., Levine, S. M., Montoya, J. G., Natelson, B. H., Peterson, D. L., Podell, R. N., … Yellman, B. P. (2021). Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: Essentials of diagnosis and management. Mayo Clinic Proceedings, 96(11), 2861–2878. https://doi.org/10.1016/j.mayocp.2021.07.004
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
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Nein. Long COVID ist ein Oberbegriff für gesundheitliche Folgen nach einer SARS-CoV-2-Infektion. ME/CFS ist ein enger definiertes klinisches Syndrom mit Post-Exertional Malaise, deutlicher Funktionseinschränkung, nicht erholsamem Schlaf und weiteren erforderlichen Merkmalen. Eine Person kann deshalb Long COVID ohne ME/CFS haben. Umgekehrt kann ME/CFS auch nach anderen Infektionen auftreten.
Die Überschneidung ist dennoch groß. In einer internationalen Onlinebefragung von 3.925 Menschen mit ME/CFS oder Long COVID waren die Symptomprofile sehr ähnlich. Post-Exertional Malaise berichteten 89,7 Prozent der Befragten mit ME/CFS und 79,4 Prozent der Befragten mit Long COVID. Die selbstselektierte Stichprobe und die selbstberichteten Angaben zeigen die Ähnlichkeit der Beschwerden, erlauben aber keine verlässliche Schätzung, wie viele Menschen mit Long COVID insgesamt ME/CFS-Kriterien erfüllen (Eckey et al., 2025).
In der Beobachtungsstudie RECOVER erfüllten 4,5 Prozent von 11.785 Teilnehmenden nach einer SARS-CoV-2-Infektion die verwendeten ME/CFS-Kriterien. Von diesen erfüllten 88,7 Prozent zugleich die RECOVER-Kriterien für Long COVID. Das spricht dafür, dass postinfektiöses ME/CFS eine wichtige Untergruppe von Long COVID bilden kann. Die Werte stammen jedoch aus einer ausgewählten Studienkohorte und lassen sich nicht als allgemeine Häufigkeit auf die Bevölkerung übertragen (Vernon et al., 2025).
Quellen
Eckey, M., Li, P., Morrison, B., Bergquist, J., Davis, R. W., & Xiao, W. (2025). Patient-reported treatment outcomes in ME/CFS and long COVID. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 122(28), e2426874122. https://doi.org/10.1073/pnas.2426874122
Vernon, S. D., Zheng, T., Do, H., Marconi, V. C., Jason, L. A., Singer, N. G., Natelson, B. H., Sherif, Z. A., Bonilla, H. F., Taylor, E., Mullington, J. M., Ashktorab, H., Laiyemo, A. O., Brim, H., Patterson, T. F., Akintonwa, T. T., Sekar, A., Peluso, M. J., Maniar, N., … Hess, R., on behalf of the NIH Researching COVID to Enhance Recovery (RECOVER) Consortium. (2025). Incidence and prevalence of post-COVID-19 myalgic encephalomyelitis: A report from the observational RECOVER-Adult study. Journal of General Internal Medicine, 40, 1085–1094. https://doi.org/10.1007/s11606-024-09290-9
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Long COVID und ME/CFS sind körperliche Multisystemerkrankungen, bei denen immunologische Prozesse eine wichtige Rolle spielen. Der Begriff immunologisch beschreibt sie jedoch nicht vollständig. Forschungsergebnisse betreffen auch das zentrale und autonome Nervensystem, Gefäßfunktion und Mikrozirkulation, Muskelphysiologie, Stoffwechsel sowie die Kommunikation zwischen diesen Systemen (Peluso & Deeks, 2024; Fedorowski et al., 2024).
Es gibt keinen einzelnen Mechanismus, der alle Betroffenen erklärt. Wahrscheinlicher sind unterschiedliche biologische Untergruppen und mehrere miteinander verbundene Prozesse (Peluso & Deeks, 2024; Aid et al., 2026).
Quellen
Peluso, M. J., & Deeks, S. G. (2024). Mechanisms of long COVID and the path toward therapeutics. Cell, 187(20), 5500–5529. https://doi.org/10.1016/j.cell.2024.07.054
Fedorowski, A., Fanciulli, A., Raj, S. R., Sheldon, R., Shibao, C. A., & Sutton, R. (2024). Cardiovascular autonomic dysfunction in post-COVID-19 syndrome: A major health-care burden. Nature Reviews Cardiology, 21(6), 379–395. https://doi.org/10.1038/s41569-023-00962-3
Aid, M., Boero-Teyssier, V., McMahan, K., Dang, R., Doyle, M., Belabbaci, N., Borducchi, E., Collier, A. Y., Mullington, J., & Barouch, D. H. (2026). Long COVID involves activation of proinflammatory and immune exhaustion pathways. Nature Immunology, 27, 61–71. https://doi.org/10.1038/s41590-025-02353-x
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Nein. Long COVID und ME/CFS sind keine psychischen Erkrankungen. Fatigue ist zunächst ein Symptom, das bei vielen körperlichen und psychischen Erkrankungen vorkommen kann (Bateman et al., 2021).
Angst, depressive Symptome, Schlafprobleme oder Anpassungsschwierigkeiten können zusätzlich auftreten und verdienen eine eigenständige Behandlung. Sie erklären die körperliche Erkrankung nicht automatisch. Eine vorschnelle Psychologisierung kann Betroffene stigmatisieren und die Versorgung erschweren (Buchner et al., 2025). Psychotherapeutische Unterstützung kann dennoch sinnvoll sein, ohne damit eine psychische Ursache der Grunderkrankung zu unterstellen.
Quellen
Bateman, L., Bested, A. C., Bonilla, H. F., Chheda, B. V., Chu, L., Curtin, J. M., Dempsey, T. T., Dimmock, M. E., Dowell, T. G., Felsenstein, D., Kaufman, D. L., Klimas, N. G., Komaroff, A. L., Lapp, C. W., Levine, S. M., Montoya, J. G., Natelson, B. H., Peterson, D. L., Podell, R. N., … Yellman, B. P. (2021). Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: Essentials of diagnosis and management. Mayo Clinic Proceedings, 96(11), 2861–2878. https://doi.org/10.1016/j.mayocp.2021.07.004
Buchner, R., Sander, C., Schindler, S., Walter, M., Scheibenbogen, C., & Schomerus, G. (2025). “Have you considered that it could be burnout?” Psychologization and stigmatization of self-reported long COVID or post-COVID-19 vaccination syndrome. BMC Medicine, 23, 488. https://doi.org/10.1186/s12916-025-04335-0
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Fatigue bezeichnet eine ausgeprägte körperliche oder geistige Erschöpfung. Sie ist häufig, aber unspezifisch und kann bei vielen somatischen und psychischen Erkrankungen auftreten.
ME/CFS ist eine Diagnose mit mehreren erforderlichen Merkmalen. Besonders wichtig ist Post-Exertional Malaise. Zudem müssen andere Erkrankungen, die die Beschwerden besser erklären, angemessen geprüft werden (National Institute for Health and Care Excellence, 2021; Bateman et al., 2021). Eine Person kann daher starke Fatigue haben, ohne ME/CFS zu erfüllen.
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Bateman, L., Bested, A. C., Bonilla, H. F., Chheda, B. V., Chu, L., Curtin, J. M., Dempsey, T. T., Dimmock, M. E., Dowell, T. G., Felsenstein, D., Kaufman, D. L., Klimas, N. G., Komaroff, A. L., Lapp, C. W., Levine, S. M., Montoya, J. G., Natelson, B. H., Peterson, D. L., Podell, R. N., … Yellman, B. P. (2021). Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: Essentials of diagnosis and management. Mayo Clinic Proceedings, 96(11), 2861–2878. https://doi.org/10.1016/j.mayocp.2021.07.004
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Das Post-COVID-Syndrom folgt auf eine SARS-CoV-2-Infektion. ME/CFS beginnt häufig nach einer Infektion, beispielsweise nach Epstein-Barr-Virus, Influenza oder SARS-CoV-2. In einzelnen Berichten wurde ein Beginn auch nach einer Lyme-Borreliose beschrieben (Bateman et al., 2021; Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, 2022). Beschrieben sind auch ähnliche Symptomkomplexe nach Operationen und anderen Erkrankungen (z.B. Krebserkrankungen).
Nach Impfungen wurden in seltenen Fällen ebenfalls anhaltende multisystemische Beschwerden beschrieben. Für ein sogenanntes Post Vaccination Syndrom sind Definition, Häufigkeit und ursächliche Zusammenhänge wissenschaftlich bislang nicht abschließend geklärt.Bei einem Teil der Betroffenen lässt sich der ursprüngliche Auslöser später nicht mehr sicher bestimmen. Der Auslöser und die Prozesse, durch die Beschwerden anschließend fortbestehen, sind nicht dasselbe. Die möglichen fortbestehenden Mechanismen werden in der nächsten Frage beschrieben.
Quellen
Bateman, L., Bested, A. C., Bonilla, H. F., Chheda, B. V., Chu, L., Curtin, J. M., Dempsey, T. T., Dimmock, M. E., Dowell, T. G., Felsenstein, D., Kaufman, D. L., Klimas, N. G., Komaroff, A. L., Lapp, C. W., Levine, S. M., Montoya, J. G., Natelson, B. H., Peterson, D. L., Podell, R. N., … Yellman, B. P. (2021). Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: Essentials of diagnosis and management. Mayo Clinic Proceedings, 96(11), 2861–2878. https://doi.org/10.1016/j.mayocp.2021.07.004
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. (2022). Müdigkeit (S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 053-002). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-002
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Bei Long COVID wurden mehrere biologische Forschungsstränge wiederholt beschrieben. Dazu gehören anhaltende Immunaktivierung, veränderte Immunzellfunktionen, Hinweise auf Virus- oder Antigenpersistenz in Untergruppen, Autoimmunprozesse, autonome Dysfunktion sowie Endothel- und Mikrozirkulationsveränderungen (Peluso & Deeks, 2024; Aid et al., 2026; Vidal et al., 2026; Fedorowski et al., 2024). Weitere Befunde betreffen Muskelstruktur, Sauerstoffnutzung und Energiestoffwechsel (vor allem in Verbindung mit PEM). In einer kleinen kontrollierten Studie mit 25 Personen mit Long COVID und 21 vollständig genesenen Kontrollpersonen verschlechterten sich bestimmte Muskelbefunde nach Auslösung einer PEM (Appelman et al., 2024). Solche Ergebnisse sind wichtig, lassen sich wegen der kleinen und ausgewählten Stichprobe aber nicht auf alle Betroffenen übertragen. Bei ME/CFS wurden unter anderem Veränderungen der Immunregulation, des autonomen Nervensystems, des Energiestoffwechsels und des Darmmikrobioms untersucht. Eine große Mikrobiomstudie fand eine verminderte butyratbildende Kapazität und Zusammenhänge mit Fatigue (Guo et al., 2023). Die Erkrankungen überschneiden sich in mehreren Forschungsbereichen, sind aber nicht identisch. Viele Studien untersuchen kleine oder ausgewählte Gruppen, und kein Befund trifft auf alle Erkrankten zu. Zusammengefasst wurden bei Long COVID und ME/CFS wiederholt Veränderungen des Immunsystems, des autonomen Nervensystems, der Gefäßfunktion, des Energiestoffwechsels und der Muskelphysiologie beobachtet. Diese Befunde sind biologisch relevant, aber einzeln nicht spezifisch für die beiden Erkrankungen. Viele kommen auch bei anderen infektiösen, immunologischen, neurologischen, metabolischen oder kardiovaskulären Erkrankungen vor. Wahrscheinlich liegt die Besonderheit weniger in einem einzelnen Mechanismus als in der jeweiligen Kombination, zeitlichen Dynamik und gegenseitigen Beeinflussung mehrerer Prozesse. Unterschiedliche Mechanismen können bei verschiedenen Betroffenen unterschiedlich stark beteiligt sein.
Quellen
Peluso, M. J., & Deeks, S. G. (2024). Mechanisms of long COVID and the path toward therapeutics. Cell, 187(20), 5500–5529. https://doi.org/10.1016/j.cell.2024.07.054
Aid, M., Boero-Teyssier, V., McMahan, K., Dang, R., Doyle, M., Belabbaci, N., Borducchi, E., Collier, A. Y., Mullington, J., & Barouch, D. H. (2026). Long COVID involves activation of proinflammatory and immune exhaustion pathways. Nature Immunology, 27, 61–71. https://doi.org/10.1038/s41590-025-02353-x
Vidal, D., de Araújo Castro, Í., & López, C. B. (2026). Implications of RNA virus persistence for post-acute sequelae and chronic inflammatory syndromes. Nature Immunology, 27, 1553–1562. https://doi.org/10.1038/s41590-026-02577-5
Fedorowski, A., Fanciulli, A., Raj, S. R., Sheldon, R., Shibao, C. A., & Sutton, R. (2024). Cardiovascular autonomic dysfunction in post-COVID-19 syndrome: A major health-care burden. Nature Reviews Cardiology, 21(6), 379–395. https://doi.org/10.1038/s41569-023-00962-3
Appelman, B., Charlton, B. T., Goulding, R. P., Kerkhoff, T. J., Breedveld, E. A., Noort, W., Offringa, C., Bloemers, F. W., van Weeghel, M., Schomakers, B. V., Coelho, P., Posthuma, J. J., Aronica, E., Wiersinga, W. J., van Vugt, M., & Wüst, R. C. I. (2024). Muscle abnormalities worsen after post-exertional malaise in long COVID. Nature Communications, 15, 17. https://doi.org/10.1038/s41467-023-44432-3
Guo, C., Che, X., Briese, T., Ranjan, A., Allicock, O., Yates, R. A., Cheng, A., March, D., Hornig, M., Komaroff, A. L., Levine, S., Bateman, L., Vernon, S. D., Klimas, N. G., Montoya, J. G., Peterson, D. L., Lipkin, W. I., & Williams, B. L. (2023). Deficient butyrate-producing capacity in the gut microbiome is associated with bacterial network disturbances and fatigue symptoms in ME/CFS. Cell Host & Microbe, 31(2), 288–304.e8. https://doi.org/10.1016/j.chom.2023.01.004
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Das Gehirn und das übrige Nervensystem sind Teil eines körperweiten und komplexen Regulationsnetzwerks. Immunbotenstoffe können über Blut, Nervenbahnen und Veränderungen der Blut-Hirn-Schranke auf das Gehirn wirken. Umgekehrt beeinflussen autonomes Nervensystem und Hormonsystem Kreislauf, Immunfunktion, Schlaf und Stoffwechsel. Bei Long COVID mit kognitiven Beschwerden wurden beispielsweise anhaltende systemische Entzündung und Hinweise auf eine beeinträchtigte Blut-Hirn-Schranke beschrieben (Greene et al., 2024).
Zur verständlichen Einordnung lassen sich drei für Long COVID/ME/CFS miteinander verbundene Regulationsbereiche beschreiben. Dazu gehören die Darm-Immunsystem-Gehirn-Achse, die Kommunikation zwischen Gehirn, Herz und Gefäßen sowie die Wechselwirkungen zwischen Durchblutung, Muskelstoffwechsel, Belastungssignalen und PEM (Cryan et al., 2019; Fedorowski et al., 2024; Appelman et al., 2024). Diese Einteilung ist ein vereinfachtes Wechselwirkungsmodell und kein Nachweis dreier geschlossener Krankheitskreisläufe. Fatigue, Schmerz, Schwindel oder Angst werden bewusst erlebt, weil das Gehirn Signale aus dem Körper und der Umgebung verarbeitet und in ein bewusstes Erleben übersetzt. Predictive-Processing-Modelle untersuchen, wie aktuelle Körpersignale, Vorwissen und Kontext gemeinsam Wahrnehmung und Schutzreaktionen prägen. Dieser theoretische Forschungsrahmen könnte einen Teil der Symptomwahrnehmung erklären, kann die bekannten immunologischen, vaskulären, autonomen oder muskulären Befunde jedoch nicht vollständig erklären (Greenhouse-Tucknott et al., 2022).
Quellen
Greene, C., Connolly, R., Brennan, D., Laffan, A., O’Keeffe, E., Zaporojan, L., O’Callaghan, J., Thomson, B., Connolly, E., Argue, R., Meaney, J. F. M., Martin-Loeches, I., Long, A., Ní Cheallaigh, C., Conlon, N., Doherty, C. P., & Campbell, M. (2024). Blood-brain barrier disruption and sustained systemic inflammation in individuals with long COVID-associated cognitive impairment. Nature Neuroscience, 27(3), 421–432. https://doi.org/10.1038/s41593-024-01576-9
Cryan, J. F., O’Riordan, K. J., Cowan, C. S. M., Sandhu, K. V., Bastiaanssen, T. F. S., Boehme, M., Codagnone, M. G., Cussotto, S., Fulling, C., Golubeva, A. V., Guzzetta, K. E., Jaggar, M., Long-Smith, C. M., Lyte, J. M., Martin, J. A., Molinero-Perez, A., Moloney, G., Morelli, E., Morillas, E., … Dinan, T. G. (2019). The microbiota-gut-brain axis. Physiological Reviews, 99(4), 1877–2013. https://doi.org/10.1152/physrev.00018.2018
Fedorowski, A., Fanciulli, A., Raj, S. R., Sheldon, R., Shibao, C. A., & Sutton, R. (2024). Cardiovascular autonomic dysfunction in post-COVID-19 syndrome: A major health-care burden. Nature Reviews Cardiology, 21(6), 379–395. https://doi.org/10.1038/s41569-023-00962-3
Appelman, B., Charlton, B. T., Goulding, R. P., Kerkhoff, T. J., Breedveld, E. A., Noort, W., Offringa, C., Bloemers, F. W., van Weeghel, M., Schomakers, B. V., Coelho, P., Posthuma, J. J., Aronica, E., Wiersinga, W. J., van Vugt, M., & Wüst, R. C. I. (2024). Muscle abnormalities worsen after post-exertional malaise in long COVID. Nature Communications, 15, 17. https://doi.org/10.1038/s41467-023-44432-3
Greenhouse-Tucknott, A., Butterworth, J. B., Wrightson, J. G., Smeeton, N. J., Critchley, H. D., Dekerle, J., & Harrison, N. A. (2022). Toward the unity of pathological and exertional fatigue: A predictive processing model. Cognitive, Affective, & Behavioral Neuroscience, 22(2), 215–228. https://doi.org/10.3758/s13415-021-00958-x
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Ein vorgeschlagenes Modell ist die Cell Danger Response. Es beschreibt eine evolutionär konservierte zelluläre Gefahrenreaktion. Zellen verschieben dabei Ressourcen vorübergehend von Wachstum und normaler Kooperation hin zu Abwehr, Schadensbegrenzung und Reparatur (Naviaux, 2014).
Das ergänzende Konzept des Healing Cycle beschreibt Heilung als mehrstufigen biologischen Prozess. Nach diesem Modell können anhaltende Beschwerden entstehen, wenn Übergänge zwischen Schutz, Reparatur und Rückkehr zur normalen Funktion gestört bleiben (Naviaux, 2019). Virus- oder Antigenpersistenz, Immunaktivierung und Gefäßveränderungen könnten theoretisch in ein solches Modell eingeordnet werden.
Die Cell Danger Response ist kein bestätigtes Gesamtmodell von Long COVID oder ME/CFS. Sie ist eine Denkstruktur und weder als bewiesene Ursache noch als diagnostischer Test oder Therapieanleitung validiert.
Quellen
Naviaux, R. K. (2014). Metabolic features of the cell danger response. Mitochondrion, 16, 7–17. https://doi.org/10.1016/j.mito.2013.08.006
Naviaux, R. K. (2019). Metabolic features and regulation of the healing cycle. Mitochondrion, 46, 278–297. https://doi.org/10.1016/j.mito.2018.09.001
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Ja. Long COVID, ME/CFS, chronische Schmerzen und andere länger anhaltende körperliche Beschwerden können einzelne klinische Merkmale teilen. Dazu gehören Schmerzen, nicht erholsamer Schlaf, autonome Beschwerden, Reizempfindlichkeit und eine veränderte Verarbeitung von Körpersignalen. Der Begriff persistente körperliche Symptome ist ein beschreibender, transdiagnostischer Rahmen (Löwe et al., 2024).
Die Gemeinsamkeiten dürfen Unterschiede nicht verdecken. PEM ist für ME/CFS zentral. Die DecodeME-Genomstudie berichtete als Preprint acht genomweit signifikante Loci. Ein Signal kolokalisierte mit einer bekannten Assoziation zu chronischen Schmerzen an mehreren Körperstellen. Das ist eine interessante statistische genetische Überlappung an einem Lokus, jedoch keine Gleichsetzung von ME/CFS mit einer chronischen Schmerzerkrankung (Boutin et al., 2025).
Quellen
Löwe, B., Levenson, J., Depping, M., Hüsing, P., Kohlmann, S., Lehmann, M., Shedden-Mora, M., Toussaint, A., Uhlenbusch, N., Weigel, A., & Henningsen, P. (2024). Persistent physical symptoms: Definition, genesis, and management. The Lancet, 403(10444), 2649–2662. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(24)00623-8
Greenhouse-Tucknott, A., Butterworth, J. B., Wrightson, J. G., Smeeton, N. J., Critchley, H. D., Dekerle, J., & Harrison, N. A. (2022). Toward the unity of pathological and exertional fatigue: A predictive processing model. Cognitive, Affective, & Behavioral Neuroscience, 22(2), 215–228. https://doi.org/10.3758/s13415-021-00958-x
Appelman, B., Charlton, B. T., Goulding, R. P., Kerkhoff, T. J., Breedveld, E. A., Noort, W., Offringa, C., Bloemers, F. W., van Weeghel, M., Schomakers, B. V., Coelho, P., Posthuma, J. J., Aronica, E., Wiersinga, W. J., van Vugt, M., & Wüst, R. C. I. (2024). Muscle abnormalities worsen after post-exertional malaise in long COVID. Nature Communications, 15, 17. https://doi.org/10.1038/s41467-023-44432-3
Boutin, T., Bretherick, A. D., Dibble, J. J., Ewaoluwagbemiga, E. O., Northwood, E., Samms, G. L., Vitart, V., Almelid, Ø., Baker, T., Clyde, M., Connolly, A., Garcia, D., Kerr, S. M., Tripp, C., Wolfe, J. C., Goold, J., Hoyes, G., Leary, S., McGrath, S. J., … Ponting, C. P. (2025). Initial findings from the DecodeME genome-wide association study of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome [Preprint]. medRxiv. https://doi.org/10.1101/2025.08.06.25333109
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Long COVID kann auch nach einer milden Akutinfektion entstehen. Auf Gruppenebene wurden weibliches Geschlecht, höheres Alter, Übergewicht, Rauchen, bestimmte Vorerkrankungen, eine schwere Akutinfektion, Hospitalisierung und eine hohe Zahl akuter Symptome mit einem höheren Risiko in Verbindung gebracht (Tsampasian et al., 2023).
Psychische Belastungen vor der Infektion wie Depression, Angst, Sorgen, wahrgenommener Stress oder Einsamkeit waren in einigen großen Beobachtungsstudien ebenfalls mit einem höheren späteren Long-COVID-Risiko assoziiert (Wang et al., 2022). Diese Beobachtungsdaten belegen jedoch keine psychische Ursache. Gemeinsame biologische, soziale und versorgungsbezogene Faktoren sowie Unterschiede in Messung und Auswahl der Teilnehmenden können mitwirken.
Eine Impfung vor der Infektion senkt das Long-COVID-Risiko im Mittel, verhindert Long COVID aber nicht vollständig (Green et al., 2025). Risikofaktoren erlauben keine sichere Vorhersage für eine einzelne Person und sind keine Schuldzuweisung.
Quellen
Tsampasian, V., Elghazaly, H., Chattopadhyay, R., Dębski, M., Naing, T. K. P., Garg, P., Clark, A., Ntatsaki, E., & Vassiliou, V. S. (2023). Risk factors associated with post-COVID-19 condition: A systematic review and meta-analysis. JAMA Internal Medicine, 183(6), 566–580. https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2023.0750
Wang, S., Quan, L., Chavarro, J. E., Slopen, N., Kubzansky, L. D., Koenen, K. C., Kang, J. H., Weisskopf, M. G., Branch-Elliman, W., & Roberts, A. L. (2022). Associations of depression, anxiety, worry, perceived stress, and loneliness prior to infection with risk of post-COVID-19 conditions. JAMA Psychiatry, 79(11), 1081–1091. https://doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2022.2640
Green, R., Marjenberg, Z., Lip, G. Y. H., Banerjee, A., Wisnivesky, J. P., Delaney, B. C., Peluso, M. J., Wynberg, E., & Abdul-Jawad, S. (2025). A systematic review and meta-analysis of the impact of vaccination on prevention of long COVID. Nature Communications, 16, 10326. https://doi.org/10.1038/s41467-025-65302-0
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Nein. Long COVID ist nicht automatisch dauerhaft. Viele Menschen bessern sich und manche genesen vollständig. Der Verlauf kann jedoch langsam, schwankend und von Rückschritten geprägt sein (World Health Organization, 2025; Ballouz et al., 2023).
ME/CFS ist eine länger anhaltende Erkrankung. Deutliche Besserung und bei einem kleineren Anteil auch vollständige Genesung kommen vor. Eine individuelle Prognose lässt sich daraus nicht zuverlässig ableiten (Cairns & Hotopf, 2005).
Der Begriff chronisch bedeutet hier nicht unveränderlich. Hoffnung auf Besserung und Genesung darf deshalb einen Platz haben, ohne Schwere und Komplexität der Erkrankung, Unsicherheiten, PEM oder aktuelle Belastungsgrenzen zu verleugnen.
Quellen
World Health Organization. (2025, February 26). Post COVID-19 condition (long COVID). https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/post-covid-19-condition-%28long-covid%29
Ballouz, T., Menges, D., Anagnostopoulos, A., Domenghino, A., Aschmann, H. E., Frei, A., Fehr, J. S., & Puhan, M. A. (2023). Recovery and symptom trajectories up to two years after SARS-CoV-2 infection: Population-based, longitudinal cohort study. BMJ, 381, e074425. https://doi.org/10.1136/bmj-2022-074425
Cairns, R., & Hotopf, M. (2005). A systematic review describing the prognosis of chronic fatigue syndrome. Occupational Medicine, 55(1), 20–31. https://doi.org/10.1093/occmed/kqi013
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Es gibt keine einzelne Genesungszahl, die für alle Menschen mit Long COVID gilt. Ergebnisse hängen stark von Falldefinition, Ausgangsschwere, Rekrutierung, Pandemiephase und Bedeutung des Wortes Genesung ab.
In einer bevölkerungsbezogenen Schweizer Kohorte berichteten 22,9 Prozent nach sechs Monaten, 18,5 Prozent nach zwölf Monaten und 17,2 Prozent nach 24 Monaten, noch nicht vollständig genesen zu sein. Über den gesamten Beobachtungszeitraum zeigten 68,4 Prozent einen fortgesetzten Genesungsverlauf und weitere 13,5 Prozent insgesamt eine Besserung. Diese Zahlen beziehen sich auf alle untersuchten Infizierten und nicht nur auf Menschen aus einer Spezialambulanz (Ballouz et al., 2023).
In der prospektiven US-RECOVER-Kohorte erfüllten zehn Prozent drei Monate nach der Infektion einen studienspezifischen Long-COVID-Grenzwert. Unter diesen Personen zeigten bis Monat 15 etwa 19 Prozent eine abnehmende, 46 Prozent eine anhaltend hohe und 35 Prozent eine intermittierend hohe Symptomlast. Eine abnehmende Symptomlast war nicht automatisch vollständige Genesung (Thaweethai et al., 2025).
In einer deutschen bevölkerungsbezogenen Studie erholten sich innerhalb von zwei Jahren 46 Prozent der Personen mit post-COVID-assoziierter Fatigue von diesem untersuchten Beschwerdebild (Hartung et al., 2024). Eine vierjährige Spezialambulanz-Kohorte fand bei 33,4 Prozent einen Gesundheitszustand von mehr als 75 Prozent des früheren Bestwerts. Das war ein funktionelles Ergebnis und keine vollständige Symptomfreiheit (Prashar et al., 2026).
Die faire Zusammenfassung ist ermutigend und vorsichtig zugleich. Besserung und vollständige Genesung kommen vor. Bei länger erkrankten und in Spezialambulanzen behandelten Menschen sind vollständige Genesungen seltener als in bevölkerungsbezogenen Kohorten. Langzeitdaten über mehr als vier Jahre sind weiterhin begrenzt.
Quellen
Ballouz, T., Menges, D., Anagnostopoulos, A., Domenghino, A., Aschmann, H. E., Frei, A., Fehr, J. S., & Puhan, M. A. (2023). Recovery and symptom trajectories up to two years after SARS-CoV-2 infection: Population-based, longitudinal cohort study. BMJ, 381, e074425. https://doi.org/10.1136/bmj-2022-074425
Thaweethai, T., Donohue, S. E., Martin, J. N., Hornig, M., Mosier, J., Shinnick, D. J., Ashktorab, H., Atieh, O., Blomkalns, A. L., Brim, H., Chen, Y., Cortez, M., Erdmann, N., Flaherman, V. J., Goepfert, P., Goldman, J. D., Hamburg, N. M., Han, J. E., Heath, J. R., … Levy, B. D. (2025). Long COVID trajectories in the prospectively followed RECOVER-Adult US cohort. Nature Communications, 16, 9557. https://doi.org/10.1038/s41467-025-65239-4
Hartung, T. J., Bahmer, T., Chaplinskaya-Sobol, I., Deckert, J., Endres, M., Franzpötter, K., Geritz, J., Haeusler, K. G., Hein, G., Heuschmann, P. U., Pütz, S. M., Horn, A., Keil, T., Krawczak, M., Krist, L., Lieb, W., Maetzler, C., Montellano, F. A., Morbach, C., … Finke, C. (2024). Predictors of non-recovery from fatigue and cognitive deficits after COVID-19: A prospective, longitudinal, population-based study. EClinicalMedicine, 69, 102456. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2024.102456
Prashar, J., Hillman, T., Wall, E. C., Sarna, A., Mi, E., Bell, R., Sahota, J., Zandi, M. S., McNamara, P., Livingston, R., Gore, R., Lunken, C., Bax, E., Nyam, R., Manzelat, A. M. R., Hishmeh, L., Attree, E., Cone, S., Banerjee, A., & Heightman, M. (2026). Trajectory, healthcare utilisation and recovery in 3590 individuals with long COVID: A 4-year prospective cohort analysis. BMJ Open, 16, e103884. https://doi.org/10.1136/bmjopen-2025-103884
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Die häufig zitierte systematische Übersichtsarbeit von Cairns und Hotopf wertete ältere und sehr heterogene CFS-Studien aus. Der Median lag bei fünf Prozent vollständiger Genesung und 39,5 Prozent Besserung (Cairns & Hotopf, 2005).
Diese Werte sind eine historische Orientierung und keine präzise Prognose für heutige ME/CFS-Populationen. Diagnosekriterien, Schweregrad, Krankheitsdauer, Behandlungen und Definitionen von Besserung unterschieden sich stark. Die eingeschlossenen Studien waren häufig klein, selektiv und methodisch begrenzt (Cairns & Hotopf, 2005).
Die positive und realistische Botschaft lautet, dass ME/CFS nicht bei allen Menschen unveränderlich verläuft. Deutliche Besserungen und bei einem kleineren Anteil vollständige Genesung kommen vor. Offenheit für positive Entwicklung kann hilfreich sein, ohne daraus eine Pflicht zum Optimismus oder ein Genesungsversprechen zu machen.
Quellen
Cairns, R., & Hotopf, M. (2005). A systematic review describing the prognosis of chronic fatigue syndrome. Occupational Medicine, 55(1), 20–31. https://doi.org/10.1093/occmed/kqi013
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Robuste individuelle Prognosemarker fehlen. Auf Gruppenebene waren eine hohe anfängliche Symptomlast, ausgeprägte Fatigue oder Schlafstörung, höheres Alter, bestimmte Vorerkrankungen, schwere Akutverläufe und Reinfektionen häufiger mit längeren Beschwerden verbunden (Hartung et al., 2024; Gutzeit et al., 2026). Solche Zusammenhänge erlauben keine sichere Vorhersage für eine einzelne Person.
PEM-sensibles Energiemanagement, die Behandlung konkreter Begleitsymptome, gute medizinische Koordination, Infektionsschutz und psychosoziale Unterstützung können Belastung reduzieren und Entwicklungsmöglichkeiten fördern. Ein hilfreiches Recovery Mindset kann bedeuten, Besserung für möglich zu halten, Fortschritte wahrzunehmen und die Zukunft nicht ausschließlich aus dem gegenwärtigen Zustand abzuleiten. Es bedeutet nicht, Beschwerden zu verleugnen, Rückschläge als persönliches Versagen zu deuten oder Belastungsgrenzen zu überschreiten.
Quellen
Hartung, T. J., Bahmer, T., Chaplinskaya-Sobol, I., Deckert, J., Endres, M., Franzpötter, K., Geritz, J., Haeusler, K. G., Hein, G., Heuschmann, P. U., Pütz, S. M., Horn, A., Keil, T., Krawczak, M., Krist, L., Lieb, W., Maetzler, C., Montellano, F. A., Morbach, C., … Finke, C. (2024). Predictors of non-recovery from fatigue and cognitive deficits after COVID-19: A prospective, longitudinal, population-based study. EClinicalMedicine, 69, 102456. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2024.102456
Gutzeit, J., Weiss, M., Bahmer, T., Lieb, W., Schreiber, S., Vehreschild, J. J., Nürnberger, C., Pütz, S. M., Heim, E., Ruß, A. K., Dempfle, A., Krawczak, M., Poick, S., Schäfer, A., Morbach, C., Lehmann, C., Polidori, M. C., Reese, J. P., Zoller, T., … Hein, G., on behalf of the NAPKON Study Group. (2026). Long-term trends in Post-COVID severity: A machine learning analysis from the POP/COVIDOM cohort of the German NAPKON Cohort Network. EClinicalMedicine, 93, 103822. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2026.103822
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Ja. Schwankende Symptome, gute und schlechte Tage sowie verzögerte Verschlechterungen sind häufig. Bei PEM kann die Zunahme erst Stunden oder ein bis zwei Tage nach körperlicher, kognitiver, emotionaler oder sozialer Belastung auftreten (National Institute for Health and Care Excellence, 2021; Brown & Jason, 2020).
Deshalb ist es oft hilfreicher, Aktivität und Symptome über mehrere Tage gemeinsam zu betrachten, statt nur die unmittelbare Reaktion während einer Aktivität.
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Brown, A., & Jason, L. A. (2020). Meta-analysis investigating post-exertional malaise between patients and controls. Journal of Health Psychology, 25(13–14), 2053–2071. https://doi.org/10.1177/1359105318784161
Wissenschaftliche Grundlagen zu Long COVID und ME/CFS
Diagnostik, Leitlinien und Medikamente
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ME/CFS ist eine klinische Diagnose. Erforderlich sind eine deutliche Funktionseinschränkung, PEM, nicht erholsamer Schlaf und je nach verwendeten Kriterien kognitive Beschwerden oder orthostatische Intoleranz. Andere Erklärungen müssen angemessen ausgeschlossen oder als Begleiterkrankungen eingeordnet werden (Bateman et al., 2021).
Die Mindestdauer hängt von den verwendeten Kriterien ab. NICE bestätigt die Diagnose nach drei Monaten anhaltender typischer Symptome (National Institute for Health and Care Excellence, 2021). Die kanadischen Konsenskriterien verlangen bei Erwachsenen sechs Monate (Carruthers et al., 2003). Die deutsche DEGAM-Leitlinie empfiehlt bei mindestens drei Monaten ungeklärter Müdigkeit die Prüfung einer ME/CFS-Verdachtsdiagnose und nach sechs Monaten eine erneute Beurteilung. Diese Empfehlung beruht auf Expertenkonsens und niedriger Evidenzstufe (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, 2022).
Unabhängig von der endgültigen Diagnosedauer ist eine frühe PEM-sensible Versorgung sinnvoll.
Quellen
Bateman, L., Bested, A. C., Bonilla, H. F., Chheda, B. V., Chu, L., Curtin, J. M., Dempsey, T. T., Dimmock, M. E., Dowell, T. G., Felsenstein, D., Kaufman, D. L., Klimas, N. G., Komaroff, A. L., Lapp, C. W., Levine, S. M., Montoya, J. G., Natelson, B. H., Peterson, D. L., Podell, R. N., … Yellman, B. P. (2021). Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: Essentials of diagnosis and management. Mayo Clinic Proceedings, 96(11), 2861–2878. https://doi.org/10.1016/j.mayocp.2021.07.004
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Carruthers, B. M., Jain, A. K., De Meirleir, K. L., Peterson, D. L., Klimas, N. G., Lerner, A. M., Bested, A. C., Flor-Henry, P., Joshi, P., Powles, A. C. P., Sherkey, J. A., & van de Sande, M. I. (2003). Myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome: Clinical working case definition, diagnostic and treatment protocols. Journal of Chronic Fatigue Syndrome, 11(1), 7–115. https://doi.org/10.1300/J092v11n01_02
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. (2022). Müdigkeit (S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 053-002). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-002
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Die Diagnose ist klinisch. Ärztlich werden Infektionsgeschichte, Beginn und Verlauf der Beschwerden, Alltagsfunktion, PEM, Kreislauf, Schlaf, Kognition, Schmerzen, Atmung, Herzbeschwerden und weitere Organsymptome erfasst. Je nach Beschwerdebild folgen körperliche Untersuchung, Labor und gezielte Funktionsdiagnostik (Greenhalgh et al., 2024). Andere oder zusätzlich behandelbare Ursachen werden angemessen geprüft. Normale Routinebefunde schließen ein Post-COVID-Syndrom nicht aus.
Quellen
Greenhalgh, T., Sivan, M., Perlowski, A., & Nikolich, J. Ž. (2024). Long COVID: A clinical update. The Lancet, 404(10453), 707–724. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(24)01136-X
World Health Organization. (2025, February 26). Post COVID-19 condition (long COVID). https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/post-covid-19-condition-%28long-covid%29
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Je nach Situation gehören Blutarmut, Schilddrüsenerkrankungen, Schlafstörungen, Herz- und Lungenerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Mangelzustände, Medikamentennebenwirkungen und psychische Erkrankungen zur Differenzialdiagnostik (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, 2022).
Mehrere Ursachen können gleichzeitig bestehen. Die Diagnostik sollte deshalb umfassend und symptomorientiert erfolgen.
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. (2022). Müdigkeit (S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 053-002). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-002
Sie darf nicht dazu drängen, PEM zu ignorieren oder Aktivität schematisch zu steigern. Seriöse Psychotherapie arbeitet mit transparenten Zielen und prüft regelmäßig, ob Nutzen, Belastung und Format noch passen (National Institute for Health and Care Excellence, 2021).
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
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Für Deutschland sind die Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, das AWMF-Leitlinienregister und die DEGAM-S3-Leitlinie Müdigkeit besonders relevant (Gemeinsamer Bundesausschuss, 2024; Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, 2022).
Die AWMF-S1-Leitlinie Long/Post-COVID in Version 4.1 ist am 31. Mai 2026 abgelaufen und befindet sich in Überarbeitung. Vor Veröffentlichung und später regelmäßig sollte direkt im AWMF-Register geprüft werden, ob eine neue Fassung erschienen ist (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, 2026).
International bietet NICE eine ausführliche ME/CFS-Leitlinie. Sie wurde 2021 veröffentlicht und 2025 im Rahmen der Überwachung ohne inhaltliche Aktualisierung bestätigt (National Institute for Health and Care Excellence, 2021).
Quellen
Gemeinsamer Bundesausschuss. (2024). Richtlinie über eine berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung für Versicherte mit Verdacht auf Long-COVID und Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung aufweisen. https://www.g-ba.de/richtlinien/141/
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. (2022). Müdigkeit (S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 053-002). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-002
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. (2026). S1-Leitlinie Long/Post-COVID, Registernummer 020-027, Version 4.1, aktuell in Überarbeitung. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-027
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
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Verlässliche Ausgangspunkte sind aktuelle Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses, die Fachinformation des jeweiligen Arzneimittels und die individuelle Beratung durch ärztliche Behandelnde. Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verschreiben keine Medikamente.
Im Internet kursieren viele Off-Label- und Selbstbehandlungsansätze. Nutzen, Risiken, Wechselwirkungen, Dosierung und notwendige Kontrollen müssen ärztlich geprüft werden (Greenhalgh et al., 2024; Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026a).
Quellen
Greenhalgh, T., Sivan, M., Perlowski, A., & Nikolich, J. Ž. (2024). Long COVID: A clinical update. The Lancet, 404(10453), 707–724. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(24)01136-X
Gemeinsamer Bundesausschuss. (2026a, April 2). Long/Post-COVID: Vier Wirkstoffe werden im Off-Label-Use verordnungsfähig. https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1322/
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Seit dem 11. Juni 2026 sind vier eng begrenzte Off-Label-Anwendungen in Anlage VI der Arzneimittel-Richtlinie verordnungsfähig. Die Regelung zu Agomelatin betrifft Fatigue bei postinfektiöser ME/CFS oder Long/Post-COVID unter den festgelegten Voraussetzungen (Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026b). Die Regelung zu Vortioxetin betrifft kognitive Beeinträchtigungen und/oder depressive Symptome bei Long/Post-COVID (Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026e). Die Regelung zu Ivabradin betrifft COVID-assoziiertes POTS, wenn Betablocker nicht vertragen werden oder nicht geeignet sind (Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026c).
Metformin betrifft nicht die Behandlung eines bereits bestehenden Post-COVID-Syndroms. Die Regelung bezieht sich auf eine früh begonnene Prophylaxe nach Diagnosestellung einer akuten SARS-CoV-2-Infektion bei genau definierten Voraussetzungen, darunter ein BMI über 25 (Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026d).
Diese Beschlüsse sind keine allgemeine Empfehlung für alle Betroffenen. Indikation, Gegenanzeigen, Wechselwirkungen und Kontrollen müssen ärztlich geprüft werden.
Quellen
Gemeinsamer Bundesausschuss. (2026a, April 2). Long/Post-COVID: Vier Wirkstoffe werden im Off-Label-Use verordnungsfähig. https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1322/
Gemeinsamer Bundesausschuss. (2026b). Agomelatin zur Behandlung der Fatigue bei postinfektiöser myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und bei Long/Post-COVID. https://www.g-ba.de/beschluesse/7767/
Gemeinsamer Bundesausschuss. (2026c). Ivabradin bei Patientinnen und Patienten mit COVID-19-assoziiertem posturalem orthostatischem Tachykardiesyndrom, die Betablocker nicht tolerieren oder für diese nicht geeignet sind. https://www.g-ba.de/beschluesse/7765/
Gemeinsamer Bundesausschuss. (2026d). Metformin zur Prophylaxe von Long/Post-COVID nach Diagnosestellung einer akuten SARS-CoV-2-Infektion bei Patientinnen und Patienten mit dem Risikofaktor Übergewicht/Adipositas. https://www.g-ba.de/beschluesse/7770/
Gemeinsamer Bundesausschuss. (2026e). Vortioxetin bei kognitiven Beeinträchtigungen und/oder depressiven Symptomen im Rahmen von Long/Post-COVID. https://www.g-ba.de/beschluesse/7768/
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Für viele beworbene Nahrungsergänzungsmittel, Infusionen und experimentelle Verfahren fehlen belastbare Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten. Auch natürliche Produkte können Nebenwirkungen, Überdosierungen und Wechselwirkungen verursachen (Tan et al., 2025; Zeraatkar et al., 2024).
Sinnvoll ist eine gemeinsame Priorisierung mit ärztlichen Behandelnden. Behandelbare Mängel und Begleiterkrankungen sollten geprüft werden. Möglichst wenige Veränderungen sollten gleichzeitig begonnen und Wirkung sowie Nebenwirkungen dokumentiert werden. Kostspielige Verfahren ohne ausreichende Evidenz sollten kritisch bewertet werden.
Quellen
Tan, C. W., Meng, J., Dai, X., He, B., Liu, P., Wu, Y., Xiong, Y., Yin, H., Wang, S., & Gao, S. (2025). Effects of therapeutic interventions on long COVID: A meta-analysis of randomized controlled trials. EClinicalMedicine, 87, 103412. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2025.103412
Zeraatkar, D., Kirsh, S., Jassal, T., Shahab, M., Movahed, H., Talukdar, J. R., Chakraborty, S., Turner, T., Turkstra, L. S., McIntyre, R. S., Izcovich, A., Mbuagbaw, L., Agoritsas, T., Flottorp, S., Garner, P., Pitre, T., Couban, R., & Busse, J. W. (2024). Interventions for the management of long COVID: Living systematic review. BMJ, 387, e081318. https://doi.org/10.1136/bmj-2024-081318
Greenhalgh, T., Sivan, M., Perlowski, A., & Nikolich, J. Ž. (2024). Long COVID: A clinical update. The Lancet, 404(10453), 707–724. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(24)01136-X
Wissenschaftliche Grundlagen zu Long COVID und ME/CFS
Psychotherapie und Psychoneuroimmunologie
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Die direkte Evidenz ist noch begrenzt. Ein systematischer Review zu Long/Post-COVID fand überwiegend kleine, heterogene und häufig unkontrollierte Studien. Durchführbarkeit, Akzeptanz und Sicherheit waren meist günstig, verlässliche Aussagen zur Wirksamkeit waren jedoch nur eingeschränkt möglich (Schurr et al., 2025).
In einer niederländischen randomisierten Studie reduzierte eine spezifische kognitive Verhaltenstherapie schwere Fatigue bei ausgewählten Personen drei bis zwölf Monate nach COVID stärker als die übliche Versorgung (Kuut et al., 2023). Die Studie schloss Menschen mit schwerer körperlicher oder psychiatrischer Komorbidität aus und untersuchte nicht gezielt eine ME/CFS-Population. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ungeprüft auf Menschen mit ausgeprägter PEM oder gesichertem ME/CFS übertragen.
Psychotherapie kann psychische Begleiterkrankungen behandeln und den Umgang mit Beschwerden, Aktivitätssteuerung, Schlaf, Beziehungen und Lebensqualität unterstützen. Ein Nachweis, dass sie die zugrunde liegende Multisystemerkrankung verändert oder heilt, liegt bislang nicht vor. Bei ME/CFS muss sie PEM berücksichtigen und darf keine feste Aktivitätssteigerung gegen die individuelle Reaktion verlangen (National Institute for Health and Care Excellence, 2021).
Quellen
Schurr, M., Graf, J., Junne, F., & Giel, K. E. (2025). Psychotherapy in patients with long/post-COVID: A systematic review on feasibility, acceptability, safety, and efficacy. Journal of Psychosomatic Research, 189, 112048. https://doi.org/10.1016/j.jpsychores.2025.112048
Kuut, T. A., Müller, F., Csorba, I., Braamse, A. M. J., Nieuwkerk, P. T., Rovers, C. P., & Knoop, H. (2023). Efficacy of cognitive-behavioral therapy targeting severe fatigue following COVID-19: Results of a randomized controlled trial. Clinical Infectious Diseases, 77(5), 687–695. https://doi.org/10.1093/cid/ciad257
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
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Eine schwere und unberechenbare Erkrankung verändert Alltag, Arbeit, Beziehungen, Zukunftsplanung und Selbstbild. Psychotherapie kann helfen, Verluste und Unsicherheit zu verarbeiten, hilfreiche Routinen aufzubauen, Grenzen zu kommunizieren und Über- oder Unterforderung besser zu erkennen.
Sie kann eigenständige psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörung, Anpassungsstörung oder Traumafolgesymptome behandeln. Sie kann außerdem Zuversicht, Handlungsfähigkeit und ein realistisches Besserungs-Mindset fördern. Damit ist keine Pflicht zum positiven Denken gemeint. Hoffnung darf neben Vorsicht, Pacing und der Anerkennung schwieriger Tage bestehen.
Qualitative Forschung zu Menschen, die sich von CFS erholt hatten, beschreibt unter anderem ein neues Verständnis der Erkrankung, mehr Handlungsspielraum und Selbstwirksamkeit sowie eine veränderte Balance zwischen Aktivität und Schutz. Solche Erfahrungsberichte zeigen mögliche Entwicklungswege, sind aber kein Wirksamkeitsnachweis und lassen sich nicht auf jede Person übertragen (Bakken et al., 2023).
Quellen
Schurr, M., Graf, J., Junne, F., & Giel, K. E. (2025). Psychotherapy in patients with long/post-COVID: A systematic review on feasibility, acceptability, safety, and efficacy. Journal of Psychosomatic Research, 189, 112048. https://doi.org/10.1016/j.jpsychores.2025.112048
Bakken, A. K., Mengshoel, A. M., Synnes, O., & Strand, E. B. (2023). Acquiring a new understanding of illness and agency: A narrative study of recovering from chronic fatigue syndrome. International Journal of Qualitative Studies on Health and Well-being, 18(1), 2223420. https://doi.org/10.1080/17482631.2023.2223420
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Psychotherapie kann keine individuelle Genesung garantieren und keine medizinische Diagnostik ersetzen. Sie darf nicht versprechen, Virus-, Immun-, Gefäß- oder Stoffwechselprozesse allein durch Emotionen oder Übungen zu normalisieren.
Sie darf nicht dazu drängen, PEM zu ignorieren oder Aktivität schematisch zu steigern. Seriöse Psychotherapie arbeitet mit transparenten Zielen und prüft regelmäßig, ob Nutzen, Belastung und Format noch passen (National Institute for Health and Care Excellence, 2021).
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
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Psychoneuroimmunologie untersucht die wechselseitige Kommunikation zwischen psychischen Prozessen, Gehirn und Nervensystem, Hormonsystem, Verhalten und Immunsystem. Die Systeme beeinflussen sich über Nervenbahnen, Hormone, Zytokine, Schlaf, Aktivität, soziale Beziehungen und weitere Wege (Bower & Kuhlman, 2023).
Sie beschreibt damit biologische Wechselwirkungen in einem Gesamtsystem.
Quellen
Bower, J. E., & Kuhlman, K. R. (2023). Psychoneuroimmunology: An introduction to immune-to-brain communication and its implications for clinical psychology. Annual Review of Clinical Psychology, 19, 331–359. https://doi.org/10.1146/annurev-clinpsy-080621-045153
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Long COVID und ME/CFS betreffen häufig mehrere verbundene Regulationssysteme. Immunaktivierung kann Müdigkeit, Schmerz, Schlaf, Stimmung und Kognition beeinflussen. Umgekehrt wirken autonomes Nervensystem, Hormone, Schlaf und Verhalten auf Immun- und Entzündungsprozesse (Bower & Kuhlman, 2023).
Bei Long COVID wurden in Teilgruppen anhaltende proinflammatorische und veränderte Immunzellmuster beschrieben (Aid et al., 2026). Solche Befunde zeigen, warum eine integrierte Betrachtung sinnvoll ist. Sie beweisen jedoch nicht, dass eine einzelne psychologische oder körperorientierte Strategie diese krankheitsspezifischen Muster verändert.
Quellen
Bower, J. E., & Kuhlman, K. R. (2023). Psychoneuroimmunology: An introduction to immune-to-brain communication and its implications for clinical psychology. Annual Review of Clinical Psychology, 19, 331–359. https://doi.org/10.1146/annurev-clinpsy-080621-045153
Aid, M., Boero-Teyssier, V., McMahan, K., Dang, R., Doyle, M., Belabbaci, N., Borducchi, E., Collier, A. Y., Mullington, J., & Barouch, D. H. (2026). Long COVID involves activation of proinflammatory and immune exhaustion pathways. Nature Immunology, 27, 61–71. https://doi.org/10.1038/s41590-025-02353-x
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Bei einer Infektion setzt das Immunsystem Botenstoffe frei. Diese Zytokine signalisieren dem Gehirn, Energie zu sparen und Aktivität zu reduzieren. Dieses sogenannte sickness behaviour umfasst Müdigkeit, Rückzug, veränderten Schlaf und Konzentrationsprobleme. Es ist zunächst eine normale Schutzreaktion und kann bei anhaltender Immunaktivierung belastend werden (Bower & Kuhlman, 2023). Eine Metaanalyse randomisierter Studien in unterschiedlichen, überwiegend nicht an Long COVID oder ME/CFS erkrankten Populationen fand, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen einzelne immunbezogene Biomarker beeinflussen können. Die Ergebnisse waren je nach Marker und Studie unterschiedlich (Dunn & Dimolareva, 2022). Eine weitere Metaanalyse fand in überwiegend beobachtenden Daten eine kleine Assoziation zwischen stärkerer sozialer Unterstützung beziehungsweise Integration und niedrigeren Entzündungsmarkern (Uchino et al., 2018). Einige der dabei untersuchten allgemeinen Entzündungs- und Immunregulationsbereiche sind auch Gegenstand der Forschung zu Long COVID und ME/CFS (Peluso & Deeks, 2024; Aid et al., 2026). Daraus lässt sich bislang nicht ableiten, dass Meditation oder soziale Verbundenheit die zugrunde liegende Erkrankung verlässlich verändern. Biologisch plausibel ist jedoch, dass Maßnahmen, die Anspannung, Schlaf, soziale Sicherheit oder Stressregulation verbessern, auch Wechselwirkungen zwischen Nervensystem, Hormonsystem und Immunsystem berühren können. Wie klinisch bedeutsam dies bei Long COVID und ME/CFS ist, ist noch unzureichend geklärt.
Quellen
Bower, J. E., & Kuhlman, K. R. (2023). Psychoneuroimmunology: An introduction to immune-to-brain communication and its implications for clinical psychology. Annual Review of Clinical Psychology, 19, 331–359. https://doi.org/10.1146/annurev-clinpsy-080621-045153
Dunn, T. J., & Dimolareva, M. (2022). The effect of mindfulness-based interventions on immunity-related biomarkers: A comprehensive meta-analysis of randomized controlled trials. Clinical Psychology Review, 92, 102124. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2022.102124
Uchino, B. N., Trettevik, R., de Grey, R. G. K., Cronan, S., Hogan, J. N., & Baucom, B. R. (2018). Social support, social integration, and inflammatory cytokines: A meta-analysis. Health Psychology, 37(5), 462–471. https://doi.org/10.1037/hea0000594
Peluso, M. J., & Deeks, S. G. (2024). Mechanisms of long COVID and the path toward therapeutics. Cell, 187(20), 5500–5529. https://doi.org/10.1016/j.cell.2024.07.054
Aid, M., Boero-Teyssier, V., McMahan, K., Dang, R., Doyle, M., Belabbaci, N., Borducchi, E., Collier, A. Y., Mullington, J., & Barouch, D. H. (2026). Long COVID involves activation of proinflammatory and immune exhaustion pathways. Nature Immunology, 27, 61–71. https://doi.org/10.1038/s41590-025-02353-x
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Eine mediterran orientierte, vielfältige, pflanzenreiche Ernährung ist in der Allgemeinbevölkerung mit günstigen kardiometabolischen und entzündungsbezogenen Effekten verbunden. Langfristige pflanzlich geprägte Ernährungsmuster sind zudem mit eher antiinflammatorischen Merkmalen des Darmmikrobioms assoziiert (Bolte et al., 2021).
Bei ME/CFS wurden unter anderem eine geringere Kapazität butyratbildender Darmbakterien und Zusammenhänge mit Fatigue beschrieben (Guo et al., 2023). Die Studie zeigt eine Assoziation und beweist weder eine Ursache noch eine spezifische ME/CFS- oder Long-COVID-Diät.
Praktisch wichtig sind Verträglichkeit, ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr, Vielfalt und das Vermeiden unnötig restriktiver Diäten. Ernährung kann allgemeine Gesundheit und Lebensqualität unterstützen. Eine krankheitsspezifische Heilwirkung ist nicht belegt.
Quellen
Bolte, L. A., Vich Vila, A., Imhann, F., Collij, V., Gacesa, R., Peters, V., Wijmenga, C., Kurilshikov, A., Campmans-Kuijpers, M. J. E., Fu, J., Dijkstra, G., Zhernakova, A., & Weersma, R. K. (2021). Long-term dietary patterns are associated with pro-inflammatory and anti-inflammatory features of the gut microbiome. Gut, 70(7), 1287–1298. https://doi.org/10.1136/gutjnl-2020-322670
Guo, C., Che, X., Briese, T., Ranjan, A., Allicock, O., Yates, R. A., Cheng, A., March, D., Hornig, M., Komaroff, A. L., Levine, S., Bateman, L., Vernon, S. D., Klimas, N. G., Montoya, J. G., Peterson, D. L., Lipkin, W. I., & Williams, B. L. (2023). Deficient butyrate-producing capacity in the gut microbiome is associated with bacterial network disturbances and fatigue symptoms in ME/CFS. Cell Host & Microbe, 31(2), 288–304.e8. https://doi.org/10.1016/j.chom.2023.01.004
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Ja. Stress aktiviert autonomes Nervensystem und Hormonsystem und kann Schlaf, Schmerzempfindlichkeit, Kreislauf, Muskelspannung, Aufmerksamkeit und Immunprozesse beeinflussen (Bower & Kuhlman, 2023). Bei bereits belasteten körperlichen Regulationssystemen kann dies Symptome verstärken.
Ebenso können Infektion, Entzündung, Schmerzen, Funktionsverlust und autonome Dysfunktion selbst Stressreaktionen auslösen. Die Beziehung ist wechselseitig. Stressreduktion kann deshalb sinnvoll sein, ohne dass damit eine Aussage über die ursprüngliche Krankheitsursache verbunden ist.
Quellen
Bower, J. E., & Kuhlman, K. R. (2023). Psychoneuroimmunology: An introduction to immune-to-brain communication and its implications for clinical psychology. Annual Review of Clinical Psychology, 19, 331–359. https://doi.org/10.1146/annurev-clinpsy-080621-045153
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Häufig sind verständliche Reaktionen auf Erkrankung und Verlust. Dazu gehören Sorgen, Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Zukunftsangst, Rückzug und Überforderung. Sie sind nicht automatisch eine psychische Störung.
Zusätzlich können eigenständige Anpassungsstörungen, depressive Störungen, Angst- und Panikstörungen, traumabezogene Beschwerden oder Insomnie auftreten. Psychische und körperliche Symptome sollten differenziert und zugleich im Zusammenhang beurteilt werden (Engelmann et al., 2024).
Quellen
Engelmann, P., Reinke, M., Stein, C., Salzmann, S., Löwe, B., Toussaint, A., & Shedden-Mora, M. (2024). Psychological factors associated with Long COVID: A systematic review and meta-analysis. EClinicalMedicine, 74, 102756. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2024.102756
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Nervensystemregulation ist kein einheitlicher medizinischer Fachbegriff. Gemeint ist meist, übermäßige Anspannung zu verringern und die flexible Anpassung des autonomen Nervensystems an Aktivität, Ruhe und soziale Situationen zu unterstützen. Mit gefühlter Sicherheit ist das subjektive Erleben gemeint, im gegenwärtigen Moment ausreichend geschützt und handlungsfähig zu sein. Mögliche Strategien sind langsames, angenehmes Atmen, kurze Entspannungsübungen, Achtsamkeit, Imagination, Reizreduktion, Schlafregulation, sichere soziale Verbindung und gegebenenfalls HRV-Biofeedback. Eine kleine Machbarkeitsstudie mit 13 Personen berichtete positive Signale für HRV-Biofeedback, konnte aber keine Wirksamkeit belegen (Corrado et al., 2024). In einer Fall-Kontroll-Studie mit 58 Beschäftigten mit Long COVID verbesserte langsames Atmen während der Messung einen Baroreflexparameter. Ob wiederholte Übungen Beschwerden oder den Krankheitsverlauf verändern, wurde nicht geprüft (Mauro et al., 2025). Jede Übung muss kurz, freiwillig, unterbrechbar und an Tagesform sowie Reizsensibilität angepasst sein. Ziel können weniger Anspannung, bessere Reizsteuerung, mehr Handlungsspielraum und ein unterstützendes Gefühl von Sicherheit sein.
Quellen
Corrado, J., Iftekhar, N., Halpin, S., Li, M., Tarrant, R., Grimaldi, J., Simms, A. D., O’Connor, R. J., Casson, A. J., & Sivan, M. (2024). HEART rate variability biofeedback for long COVID dysautonomia: Results of a feasibility study. Advances in Rehabilitation Science and Practice, 13, 27536351241227261. https://doi.org/10.1177/27536351241227261
Mauro, M., Cegolon, L., Bestiaco, N., Zulian, E., & Larese Filon, F. (2025). Heart rate variability modulation through slow-paced breathing in health care workers with long COVID: A case-control study. The American Journal of Medicine, 138(9), 870–883.e5. https://doi.org/10.1016/j.amjmed.2024.05.021
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Wissenschaftliche Grundlagen zu Long COVID und ME/CFS
Post Exertional Malaise, Pacing und Aktivitätsmanagement
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Post-Exertional Malaise, kurz PEM, ist eine unverhältnismäßige und oft verzögert einsetzende Verschlechterung nach Belastungen, die früher problemlos möglich waren. Sie kann Erschöpfung, Schmerzen, Krankheitsgefühl, Schlafstörungen, kognitive Probleme, Kreislaufbeschwerden und Reizempfindlichkeit verstärken (National Institute for Health and Care Excellence, 2021).
PEM ist ein Kernmerkmal von ME/CFS und kommt auch bei einem Teil der Menschen mit Long COVID vor. Die Verschlechterung kann Tage oder länger dauern (Brown & Jason, 2020; Barhorst et al., 2022).
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Brown, A., & Jason, L. A. (2020). Meta-analysis investigating post-exertional malaise between patients and controls. Journal of Health Psychology, 25(13–14), 2053–2071. https://doi.org/10.1177/1359105318784161
Barhorst, E. E., Boruch, A. E., Cook, D. B., & Lindheimer, J. B. (2022). Pain-related post-exertional malaise in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome and fibromyalgia: A systematic review and three-level meta-analysis. Pain Medicine, 23(6), 1144–1157. https://doi.org/10.1093/pm/pnab308
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PEM verändert die therapeutische Logik. Eine fest vorgegebene Steigerung von Aktivität trotz Symptomzunahme kann die Belastungsgrenze überschreiten. Belastung muss deshalb individuell, flexibel und symptomorientiert geplant werden (National Institute for Health and Care Excellence, 2021).
Bei ME/CFS rät NICE ausdrücklich von Programmen mit festen Aktivitätssteigerungen ab. Aktivität ist nicht grundsätzlich verboten. Sie darf jedoch nicht nach einem starren Trainingsplan gegen die Rückmeldung des Körpers gesteigert werden (National Institute for Health and Care Excellence, 2021; Wormgoor & Rodenburg, 2021).
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Wormgoor, M. E. A., & Rodenburg, S. C. (2021). The evidence base for physiotherapy in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome when considering post-exertional malaise: A systematic review and narrative synthesis. Journal of Translational Medicine, 19, 1. https://doi.org/10.1186/s12967-020-02683-4
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Pacing ist ein individualisiertes Energie- und Aktivitätsmanagement. Ziel ist, körperliche, kognitive, emotionale und soziale Belastungen so zu planen, zu portionieren und anzupassen, dass die persönliche Energiegrenze möglichst nicht überschritten wird.
Dazu gehören Selbstbeobachtung, Priorisieren, Pausen vor deutlicher Erschöpfung, Aufteilen von Aufgaben, Wechsel zwischen Belastungsarten, Abbrechen oder Anpassen und ausreichende Regeneration (National Institute for Health and Care Excellence, 2021; Casson et al., 2023).
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Casson, S., Jones, M. D., Cassar, J., Kwai, N., Lloyd, A. R., Barry, B. K., & Sandler, C. X. (2023). The effectiveness of activity pacing interventions for people with chronic fatigue syndrome: A systematic review and meta-analysis. Disability and Rehabilitation, 45(23), 3788–3802. https://doi.org/10.1080/09638288.2022.2135776
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Pacing wird in Leitlinien als Energie- und Aktivitätsmanagement empfohlen. Systematische Reviews berichten Hinweise auf besseres Selbstmanagement und bei manchen Betroffenen weniger Belastungsverschlechterungen. Die Studien sind jedoch heterogen und häufig methodisch begrenzt (Casson et al., 2023).
Eine neuere Metaanalyse fand keine statistisch gesicherten mittleren Verbesserungen der körperlichen Funktion oder der Schmerzen und nur eine kleine Zahl sehr unterschiedlicher Studien. Damit bleibt die Wirksamkeit als Symptomtherapie unsicher (Sanal-Hayes et al., 2025).
Pacing ist deshalb vor allem eine Sicherheits- und Managementstrategie. Es soll Überlastung vermeiden, Stabilität unterstützen und Raum für mögliche Entwicklung schaffen. Es ist kein bewiesenes Heilverfahren und muss individuell angepasst werden (National Institute for Health and Care Excellence, 2021).
Quellen
Casson, S., Jones, M. D., Cassar, J., Kwai, N., Lloyd, A. R., Barry, B. K., & Sandler, C. X. (2023). The effectiveness of activity pacing interventions for people with chronic fatigue syndrome: A systematic review and meta-analysis. Disability and Rehabilitation, 45(23), 3788–3802. https://doi.org/10.1080/09638288.2022.2135776
Sanal-Hayes, N. E. M., McLaughlin, M., Mair, J. L., Ormerod, J., Carless, D., Meach, R., Hilliard, N., Ingram, J., Sculthorpe, N. F., & Hayes, L. D. (2025). “Pacing” for management of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome (ME/CFS): A systematic review and meta-analysis. Fatigue: Biomedicine, Health & Behavior, 13(1), 1–22. https://doi.org/10.1080/21641846.2024.2433390
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
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Nein. Pacing bedeutet weder bedingungslose Bettruhe noch angstgesteuerte Vermeidung. Es geht um eine realistische Balance innerhalb der aktuellen Belastbarkeit.
Wenn Stabilität erreicht ist und die Person es wünscht, können Aktivitäten vorsichtig und flexibel erprobt werden. Bei verzögerter Symptomzunahme wird wieder reduziert. Entscheidend ist die individuelle Reaktion und nicht ein starrer Steigerungsplan (National Institute for Health and Care Excellence, 2021; Casson et al., 2023).
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Casson, S., Jones, M. D., Cassar, J., Kwai, N., Lloyd, A. R., Barry, B. K., & Sandler, C. X. (2023). The effectiveness of activity pacing interventions for people with chronic fatigue syndrome: A systematic review and meta-analysis. Disability and Rehabilitation, 45(23), 3788–3802. https://doi.org/10.1080/09638288.2022.2135776
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Die Baseline ist das Aktivitätsniveau, das an den meisten Tagen ohne deutliche nachfolgende Verschlechterung möglich ist. Sie ist keine feste Zahl und kann sich verändern.
Hilfreich sind ein einfaches Symptom- und Aktivitätstagebuch, die Beobachtung der folgenden 24 bis 72 Stunden, das Unterscheiden verschiedener Belastungsarten und eine kleine Sicherheitsreserve. Wearables können ergänzen, ersetzen aber nicht die individuelle Wahrnehmung und klinische Beurteilung (National Institute for Health and Care Excellence, 2021; Casson et al., 2023).
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Casson, S., Jones, M. D., Cassar, J., Kwai, N., Lloyd, A. R., Barry, B. K., & Sandler, C. X. (2023). The effectiveness of activity pacing interventions for people with chronic fatigue syndrome: A systematic review and meta-analysis. Disability and Rehabilitation, 45(23), 3788–3802. https://doi.org/10.1080/09638288.2022.2135776
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Normale Anpassung kann vorübergehende Müdigkeit oder Muskelkater verursachen, ohne dass mehrere Krankheitsbereiche deutlich und verzögert entgleisen. PEM ist meist unverhältnismäßig, betrifft mehrere Symptome und reduziert die Funktionsfähigkeit über die unmittelbare Belastung hinaus (Brown & Jason, 2020).
Die Unterscheidung ist im Alltag nicht immer eindeutig. Deshalb werden Verzögerung, Dauer, Begleitsymptome, Funktionsverlust und die persönliche Vorgeschichte gemeinsam betrachtet. Zweitägige Belastungstests zeigen bei ME/CFS in Forschungs- und Begutachtungskontexten objektive Einbrüche am zweiten Tag, sind wegen der möglichen Symptomverschlechterung aber kein Routine-Screening (Keller et al., 2024).
Quellen
Brown, A., & Jason, L. A. (2020). Meta-analysis investigating post-exertional malaise between patients and controls. Journal of Health Psychology, 25(13–14), 2053–2071. https://doi.org/10.1177/1359105318784161
Keller, B. A., Receno, C. N., Franconi, C. J., Harenberg, S., Stevens, J., Mao, X., Stevens, S. R., Moore, G., Levine, S., Chia, J. K. S., Shungu, D. C., & Hanson, M. R. (2024). Cardiopulmonary and metabolic responses during a 2-day CPET in myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome. Journal of Translational Medicine, 22, 627. https://doi.org/10.1186/s12967-024-05410-5
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FatiGROW ist eine spezialisierte psychotherapeutische Gruppenbehandlung im Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie. Das Angebot richtet sich ausschließlich an volljährige Menschen ab 18 Jahren (spezifische Jugendgruppen sind geplant) mit Long COVID, Post-COVID-Syndrom, ME/CFS oder vergleichbaren postinfektiösen Multisystemerkrankungen, wenn zusätzlich eine individuell begründete psychotherapeutische Indikation besteht. Das Programm ist insbesondere für Betroffene mit PEM konzipiert.
FatiGROW ergänzt die medizinische Versorgung. Unterstützt werden insbesondere Energiemanagement, Anspannungsregulation, emotionale Verarbeitung, Lebensstil, Lebensqualität und Reintegration -
Erforderlich sind ein plausibler postinfektiöser Beschwerdeverlauf oder eine entsprechende Multisystemerkrankung, eine eigenständige psychotherapeutische Indikation mit Krankheitswert, ausreichende Gruppenfähigkeit und eine vertretbare Teilnahme am Videoformat. Die Teilnahme ist ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahren vorgesehen. Vor der Aufnahme werden Belastbarkeit, Sicherheitsaspekte, technische Voraussetzungen, Vertraulichkeit und die Passung zur geplanten Gruppe geprüft.
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Eine gesicherte somatische Diagnose ist hilfreich, aber nicht in jedem Einzelfall zwingende Voraussetzung. Entscheidend sind ein plausibler postinfektiöser Verlauf und/oder vorliegen der typischen Symptomatik (vor allem PEM), eine angemessene ärztliche Abklärung und eine eigenständige psychotherapeutische Indikation.
Dr. Sebastian Wolf stellt keine ärztliche ME/CFS- oder Post-COVID-Diagnose. Bei offenen medizinischen Fragen wird eine weitere ärztliche Abklärung empfohlen.
Dazu gehören Selbstbeobachtung, Priorisieren, Pausen vor deutlicher Erschöpfung, Aufteilen von Aufgaben, Wechsel zwischen Belastungsarten, Abbrechen oder Anpassen und ausreichende Regeneration (National Institute for Health and Care Excellence, 2021; Casson et al., 2023).
Quellen
National Institute for Health and Care Excellence. (2021). Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: Diagnosis and management (NICE Guideline NG206). https://www.nice.org.uk/guidance/ng206
Casson, S., Jones, M. D., Cassar, J., Kwai, N., Lloyd, A. R., Barry, B. K., & Sandler, C. X. (2023). The effectiveness of activity pacing interventions for people with chronic fatigue syndrome: A systematic review and meta-analysis. Disability and Rehabilitation, 45(23), 3788–3802. https://doi.org/10.1080/09638288.2022.2135776
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Für eine psychotherapeutische Behandlung ist eine individuell begründete psychotherapeutische Indikation mit Krankheitswert erforderlich. Die körperliche Erkrankung allein ist keine psychische Diagnose. Mögliche Indikationen sind beispielsweise Anpassungsstörungen, depressive Störungen, Angst- oder Panikstörungen, traumabezogene Beschwerden oder psychische Faktoren, die den Umgang mit einer körperlichen Erkrankung wesentlich erschweren. Diese Begleiterscheinungen sind sehr häufig. Die Diagnose wird individuell geprüft und nicht automatisch aus Long COVID oder ME/CFS abgeleitet.
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FatiGROW ersetzt keine ärztliche Diagnostik des Post-COVID-Syndroms oder von ME/CFS. Vor oder parallel zur Aufnahme soll eine angemessene somatische Abklärung erfolgen.
Dr. Sebastian Wolf prüft in einer psychotherapeutischen Sprechstunde und drei probatorischen Sitzungen die psychotherapeutische Indikation, Gruppenfähigkeit, Eignung für die Online-Behandlung, Belastbarkeit, Sicherheitsaspekte, Therapieziele und die Passung zur Gruppe. Standardisierte Fragebögen und eine biografische Anamnese ergänzen das klinische Gespräch. Vorgesehen sind zwei Testbatterien vor der Gruppe, zwei Testbatterien ungefähr nach vier Monaten und zwei Testbatterien ungefähr nach acht Monaten. Fragebögen unterstützen Diagnostik und Verlaufskontrolle. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose
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Es gibt keinen starren Mindestwert und keine festgelegte Schweregradgrenze. Entscheidend ist, ob das Online-Gruppenformat mit individuellen Anpassungen grundsätzlich sicher und sinnvoll genutzt werden kann. Bei sehr schwerer Erkrankung, ausgeprägter Reizintoleranz, instabilen Kreislaufproblemen oder fehlender Fähigkeit zur sicheren Online-Teilnahme kann ein anderes Behandlungsformat geeigneter sein. Dies wird in den Vorgesprächen gemeinsam geprüft.
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Sie dürfen Pausen machen, sich hinlegen, nur zuhören, Ihre Beteiligung reduzieren oder die Sitzung früher beenden. Die Kamera kann bei Überlastung vorübergehend ausgeschaltet werden. Zu Beginn der Sitzung muss eine sichere Identitäts- und Kontaktprüfung möglich sein. Eine dauerhaft unsichtbare oder nicht erreichbare Teilnahme ist mit einer psychotherapeutischen Gruppe nicht vereinbar. Wenn 50 Minuten wiederholt nicht vertretbar sind, wird gemeinsam geprüft, ob weitere Anpassungen oder ein anderes Format besser passen.
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Die Anmeldung erfolgt über einen geschützten Anmeldeweg: /fatigrow-anmeldung
Kurze Rückfragen sind per E-Mail oder über Threema möglich. Ausführliche Gesundheitsdaten und Berichte sollten nicht über eine unverschlüsselte Standard-E-Mail versendet werden. Im Anmeldeprozess können Unterlagen sicher über Simpleprax bereitgestellt werden.
Nach der Anmeldung folgen eine psychotherapeutische Sprechstunde und drei probatorische Sitzungen. Erst nach Abschluss der Prüfung wird über die Aufnahme in eine passende Gruppe entschieden.
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Die Gruppentherapie findet vollständig online statt. Im Rahmen der Eingangsdiagnostik und Indikationsstellung ist entsprechend den berufsrechtlichen Vorgaben in Baden-Württemberg auch ein persönlicher Kontakt vorgesehen. Dabei werden Ihre gesundheitliche Belastbarkeit und Ihre individuellen Möglichkeiten berücksichtigt. Wenn eine persönliche Vorstellung aufgrund erheblicher gesundheitlicher Einschränkungen schwierig oder nicht möglich ist, prüfen wir gemeinsam, welche individuell geeignete Lösung möglich ist.
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Ja, die erste Sprechstunde findet immer online statt
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Nein. Eine Anmeldung oder ein Erstgespräch garantiert noch keinen Platz. Die Aufnahme hängt von Indikation, Gruppenfähigkeit, Videoeignung, klinischer Passung, Gruppenzusammensetzung und verfügbarer Kapazität ab.
Die Gruppe startet nach aktuellem Konzept ab sechs geeigneten Teilnehmenden. Angestrebt werden acht Personen
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Berücksichtigt werden Funktionsniveau, Alter, Vorerfahrungen, klinische Themen, Belastbarkeit und die erwartete Passung innerhalb der Gruppe. Die Platzvergabe erfolgt nach Eignung, Gruppenzusammensetzung, Kapazität und zeitlicher Verfügbarkeit.
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Die Gruppenphase umfasst 48 videogestützte Sitzungen mit jeweils 50 Minuten. Sie findet ungefähr acht Monate lang ein- bis zweimal pro Woche statt und umfasst höchstens acht Teilnehmende. Bei entsprechendem Funktionsniveau der Gruppe können auch anstelle von zwei 50-minütigen Sitzungen eine 100-minütige Sitzung stattfinden.
Bei zwei Sitzungen pro Woche liegt der Schwerpunkt der ersten Sitzung auf Input, Gruppenaustausch und Bearbeitung. Die zweite Sitzung konzentriert sich stärker auf praktische Übungen, Strategien und Anwendungen. Bei einer Sitzung pro Woche werden beide Elemente innerhalb der 50 Minuten verbunden.
Vor Beginn finden eine psychotherapeutische Sprechstunde, drei probatorische Sitzungen und diagnostische Testbatterien statt. Eine Zwischen- und Abschlussevaluation sind ungefähr nach vier und acht Monaten vorgesehen.
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Die Gruppenphase dauert ungefähr acht Monate. Die genaue Kalenderdauer hängt davon ab, ob die Gruppe ein- oder zweimal pro Woche stattfindet und wie Feiertage oder notwendige Unterbrechungen berücksichtigt werden.
Die vorbereitenden Termine finden vor der Gruppenphase statt
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Die Inhalte sind in fünf Säulen gegliedert. Die erste Säule umfasst Energiemanagement, PEM, Pacing und Krankheitsverarbeitung. Die zweite Säule behandelt Anspannung und Regulation des autonomen Nervensystems. Die dritte Säule betrifft emotionale Verarbeitung, Selbstmitgefühl und den Umgang mit Verlusten.
Die vierte Säule vermittelt ein vorsichtiges psychoneuroimmunologisches Verständnis zu Schlaf, Ernährung, Stress, Natur, Bewegung und Verbundenheit. Die fünfte Säule unterstützt Reintegration, Beziehungen, Alltag, Arbeit und sinnstiftende Aktivität innerhalb der individuellen Möglichkeiten.
Die Inhalte werden nicht als universelles Rezept vermittelt. Sie werden an Phase, Funktionsniveau, PEM, Reizsensibilität und persönliche Ziele angepasst
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Autonome Dysfunktion, orthostatische Intoleranz und POTS können bei Long COVID und ME/CFS auftreten. Gleichzeitig können Atmung, Schlaf, Reizniveau, emotionale Anspannung und soziale Sicherheit autonome Reaktionen beeinflussen.
FatiGROW nutzt deshalb kurze und PEM-sensible Regulationsübungen als ergänzende Strategien. Sie sollen Anspannung reduzieren, Erholung erleichtern, Sicherheit schaffen und Selbstwirksamkeit fördern.
Quellen
Fedorowski, A., Fanciulli, A., Raj, S. R., Sheldon, R., Shibao, C. A., & Sutton, R. (2024). Cardiovascular autonomic dysfunction in post-COVID-19 syndrome: A major health-care burden. Nature Reviews Cardiology, 21(6), 379–395. https://doi.org/10.1038/s41569-023-00962-3
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Ja. Zwischen den Sitzungen können kleine Beobachtungs- und Anwendungsaufgaben vereinbart werden. Beispiele sind ein kurzes Aktivitäts- und Symptomprotokoll, eine bewusste Pause, eine Kommunikationsaufgabe oder eine individuell passende Regulationsübung. Aufgaben werden klein, freiwillig und belastungssensibel geplant. Sie sollen nicht zu zusätzlichem Leistungsdruck oder PEM führen
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Ja. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten gibt es Austausch mit den Angehörigen. Unter anderem sind zwei große Unterstützertreffen geplant, in welchem Aufklärungsarbeit geleistet wird und gemeinsame Ziele und Unterstützungsmöglichkeiten erarbeitet werden
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Das Buddy-Programm ist ein geplantes freiwilliges Peer-Angebot für FatiGROW-Teilnehmende. Ein Buddy hat eigene Erfahrung mit Long COVID oder ME/CFS und hat eine deutliche Stabilisierung oder funktionelle Verbesserung erreicht. Ein Bell Score von ungefähr 70 bis 100 kann als Orientierung dienen, ist aber keine starre Zugangsschwelle.
Dr. Sebastian Wolf führt mit interessierten Buddies ein Passungsgespräch. Ein Buddy begleitet höchstens ein bis zwei Teilnehmende. Kontaktdaten werden erst nach ausdrücklichem Einverständnis beider Personen ausgetauscht. Eine allgemeine Kontaktliste wird nicht an alle Teilnehmenden weitergegeben.
Das Buddy-Programm ist keine Psychotherapie und keine medizinische Beratung. Buddies geben keine Diagnosen, Therapieanweisungen, Medikamentenempfehlungen oder Genesungsversprechen. Sie berichten aus ihrer eigenen Erfahrung und können menschliche, soziale und alltagsbezogene Unterstützung anbieten.
Vor Beginn werden Rolle, Vertraulichkeit und Krisenweg schriftlich geklärt. Buddies übernehmen keine Krisenversorgung. Kontaktfrequenz und Kommunikationsweg werden zwischen beiden Personen vereinbart. Beide Seiten können den Kontakt jederzeit beenden. Nach ungefähr acht bis zwölf Wochen ist eine kurze freiwillige Rückmeldung vorgesehen.
Peer-Support kann Verbundenheit, Erfahrungswissen, Hoffnung und Selbstmanagement unterstützen.
Quellen
Mullard, J. C. R., Kawalek, J., Parkin, A., Rayner, C., Mir, G., Sivan, M., & Greenhalgh, T. (2023). Towards evidence-based and inclusive models of peer support for long COVID: A hermeneutic systematic review. Social Science & Medicine, 320, 115669. https://doi.org/10.1016/j.socscimed.2023.115669
NHS England. (2023). Supported self-management: Peer support guide. https://www.england.nhs.uk/long-read/peer-support/
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Ja. FatiGROW schließt eine ärztliche Behandlung, Medikamente, Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährungsberatung oder andere fachlich begründete Maßnahmen nicht aus.
Neue Interventionen sollten mit den zuständigen Behandelnden abgestimmt werden. Es ist hilfreich, nicht viele Maßnahmen gleichzeitig zu verändern, damit Nutzen und Nebenwirkungen besser beurteilt werden können
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Nein. Es gibt keine Garantie für Symptomverbesserung, Funktionsgewinn oder Genesung. FatiGROW ist kein Heilprogramm und verspricht keine kurative Wirkung auf Long COVID oder ME/CFS. Ziele können dennoch sinnvoll sein. Dazu gehören ein sicherer Umgang mit Belastungsgrenzen, weniger Überforderung, bessere Regulation, emotionale Entlastung, mehr Selbstwirksamkeit und eine stabilere Lebensgestaltung
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Dr. Sebastian Wolf ist Psychologischer Psychotherapeut mit Fachkunde Verhaltenstherapie für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Gruppen. Er ist zudem Sportpsychologe und anerkannter Supervisor der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg.
Wissenschaftlich hat er sich mit der Entwicklung und Implementierung von Gruppenprogrammen beschäftigt, die psychische Gesundheit verbessern sollen. Er ist außerdem Supervisor für das Case und Care Management des großen Post-COVID-Versorgungsforschungsprojekts INCAP
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Ja. Dr. Sebastian Wolf hat selbst Long COVID erlebt und 2024 die ME/CFS Diagnose erhalten und ist mittlerweile weitestgehend stabilisiert. Diese Erfahrung ist ein wichtiger Teil seiner Motivation für FatiGROW und ergänzt seine psychotherapeutische und wissenschaftliche Perspektive
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Nein. Die Gruppe ist kein Notfallangebot und kann keine engmaschige Krisenversorgung ersetzen.
Bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung wählen Sie 112 oder wenden sich an den zuständigen psychiatrischen Notdienst. Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen körperlichen Beschwerden kann 116117 oder die behandelnde ärztliche Stelle geeignet sein. Während der Aufnahme werden Notfallkontakte und Sicherheitswege geklärt
Informationen zu FatiGROW
Voraussetzungen, Ablauf und Inhalte
Informationen zu FatiGROW
Kosten und Kostenerstattung
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Die Behandlung wird als Privatbehandlung nach GOP beziehungsweise GOÄ abgerechnet. Die Praxis hat keinen Kassensitz und rechnet deshalb nicht regulär über die elektronische Gesundheitskarte ab.
Sie erhalten Rechnungen und sind gegenüber der Praxis zahlungspflichtig. Ob und in welcher Höhe eine private Krankenversicherung, Beihilfe oder gesetzliche Krankenkasse Kosten erstattet, muss vor Beginn schriftlich geklärt werden. Die Kosten entsprechen jedoch den Abrechnungsempfehlungen und sollten deshalb von Beihilfe und Privaten Versicherungen übernommen werden.
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Die Kosten vor Beginn der Gruppenphase belaufen sich auf mindestens 811,11 Euro (Zusatzleistungen wie ein Hausbesuch, Fremdanamnese von Angehörigen oder Kontakt mit anderen Ärztinnen und Ärzten können zu Mehrkosten führen. Dies wird jeweils transparent mit Ihnen besprochen, sollte das medizinisch indiziert sein).
Die Gruppenphase mit 48 Sitzungen und den vorgesehenen Zwischen- und Abschlussevaluationen kostet bei vollständiger Inanspruchnahme 3.520,44 Euro.
Die voraussichtlichen Gesamtkosten betragen bei vollständiger Inanspruchnahme aller vorgesehenen Mindestleistungen 4.331,55 Euro.
Nur tatsächlich in Anspruch genommene Leistungen werden berechnet. Zusätzliche Leistungen können entstehen, wenn sie fachlich erforderlich und tatsächlich erbracht werden und mit Ihnen abgesprochen wurden.
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Ja. Eine Teilnahme als Selbstzahlerin oder Selbstzahler ist möglich, wenn die fachlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Die Zahlungspflicht besteht unabhängig von einer Erstattung. Rechnungen und Zwischenrechnungen sind nach aktueller Vertragsplanung innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt zu bezahlen
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Eine automatische Kostenübernahme besteht nicht. Eine gesetzliche Krankenkasse kann im Einzelfall eine ambulante Psychotherapie in einer Privatpraxis im Kostenerstattungsverfahren übernehmen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Eine Bewilligung ist nicht garantiert. Ausführliche Informationen finden Sie unter https://www.verhaltenstherapie-tübingen.de/fatigrow-kosten
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FatiGROW als gruppentherapeutische Kurzzeittherapie (24 Einheiten à100 Minuten/ 48 Einheiten à 50 Minuten) abrechnungsfähig mit privaten Krankenkassen. Die exakte Kostenerstattung hängt jedoch vom individuellen Tarif ab. Tarife unterscheiden sich insbesondere bei Sitzungszahl, Gruppentherapie, Videositzungen, Gebührenhöhe, Steigerungssätzen und Genehmigungspflichten.
Lassen Sie sich vor Beginn schriftlich bestätigen, welche vorbereitenden Leistungen, wie viele Gruppensitzungen, welche GOP-Ziffern und welche Eurobeträge übernommen werden. Sollte Ihre private Krankenkasse nur Teilbeträge übernehmen, müssen Sie für die restlichen Beträge selbst aufkommen.
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Psychotherapeutische Leistungen können nach den jeweils geltenden Beihilfevorschriften beihilfefähig sein. Prinzipiell ist FatiGROW als gruppentherapeutische Kurzzeittherapie (24 Einheiten à100 Minuten / 48 Einheiten à 50 Minuten) abrechnungsfähig. Die Regelungen unterscheiden sich zwischen Bund und Ländern und müssen mit der privaten Restkostenversicherung abgestimmt werden.
Klären Sie vor Beginn, welche Unterlagen und Genehmigungen erforderlich sind und welche gruppentherapeutischen Leistungen konkret anerkannt werden
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Nein. Sie können die Behandlung jederzeit ohne Angabe von Gründen beenden. Berechnet werden nur tatsächlich erbrachte und medizinisch notwendige Leistungen sowie gegebenenfalls wirksam entstandene Ausfallhonorare.
Sie verpflichten sich nicht zur Zahlung aller noch nicht erbrachten zukünftigen Sitzungen. Die Behandlung ist ein Dienstvertrag. Ein bestimmter Behandlungserfolg wird nicht geschuldet.
Quellen
Bundesministerium der Justiz. (2026). Bürgerliches Gesetzbuch, § 630a Vertragstypische Pflichten beim Behandlungsvertrag. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__630a.html
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FatiGROW ist eine Gruppenpsychotherapie. Zusätzliche Einzelsitzungen während der Gruppenphase sind in der Regel nicht vorgesehen. Ob außerhalb oder nach der Gruppe eine Einzeltherapie möglich ist, hängt von Indikation, Kapazität, Versicherungsweg und einer klaren Behandlungsplanung ab.
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Parallele Einzel- und Gruppentherapie schließen sich nicht aus. Zwei parallele Psychotherapien mit ähnlichem Auftrag können abrechnungsrechtlich jedoch problematisch sein. Überschneidungen, Verantwortlichkeiten und Therapieziele müssen zudem vor Beginn transparent mit allen Beteiligten geklärt werden.
Informationen zu FatiGROW
Online-Behandlung, Technische Voraussetzungen und Datenschutz
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Für FatiGROW wird ZAVA Sprechstunde Online als regulärer Videodienst verwendet. Der Dienst ist in der aktuellen Liste zertifizierter Videodienstanbieter von GKV Spitzenverband und KBV aufgeführt.
Zoom Workplace Pro ist als technischer Backupdienst vorbereitet. Bei Patiententerminen wird die Ende zu Ende Verschlüsselung verwendet. Bei gesetzlich finanzierten Behandlungsteilen wird Zoom nur eingesetzt, wenn dies im konkreten leistungsrechtlichen und zertifizierungsbezogenen Rahmen zulässig ist. Andernfalls wird bei einem technischen Ausfall die Sitzung unterbrochen oder neu terminiert.
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Für eine stabile FatiGROW-Gruppe empfiehlt die Praxis folgendes:
Eine stabile Internetverbindung (WLAN, LAN oder Mobile Daten) mit mindestens 5 Mbit/s im Upload und Download, besser 10 Mbit/s oder mehr. Sie können dies hier testen: speedtest.net
Während der Sitzung sollten möglichst wenige andere Personen im selben Netzwerk gleichzeitig streamen, große Downloads durchführen oder Onlinespiele nutzen.
Sie benötigen ein Gerät mit Kamera und Mikrofon, Kopfhörer. Es wird ein Laptop oder PC empfohlen damit Sie auch die anderen Teilnehmenden sehen. Ein kleines Smartphone ist für Gruppensitzungen i.d.R. nicht geeignet
Sie benötigen aktuelle Versionen eines dieser Browser: Chrome, Edge, Firefox oder Safari.
Für Zoom Healthcare benötigen Sie die aktuelle Zoom Desktop- oder Mobile-App. Eine Browser- oder Telefoneinwahl ist nicht möglich, die hier keine DSGvO-konforme Verschlüsselung möglich ist
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Bei einer kurzen Unterbrechung wird zunächst versucht, die sichere Verbindung wiederherzustellen. Ein Wechsel auf einen vorbereiteten Backupdienst erfolgt nur, wenn dies im jeweiligen Behandlungsrahmen zulässig ist. Andernfalls wird die Sitzung unterbrochen oder neu terminiert.
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Die Praxis wird weitgehend digital geführt. Gesundheitsdaten werden nur über dafür vorgesehene Praxis- und Gesundheitsanwendungen verarbeitet. Ausführliche Behandlungsdaten werden nicht über unverschlüsselte Standard-E-Mails ausgetauscht.
Zum Schutz gehören Auftragsverarbeitungsverträge, Verschlüsselung, beschränkte Zugriffsrechte, geschützte Praxisgeräte, starke Passwörter, automatische Bildschirmsperren, Sicherheitsupdates, Datensicherungen, Löschkonzepte und dokumentierte Notfallverfahren.
Die eingesetzten Programme werden vor ihrer Nutzung datenschutzrechtlich und technisch geprüft und auf geeigneter vertraglicher Grundlage eingesetzt. Weitere Einzelheiten finden Sie in den Datenschutzinformationen der Praxis.
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Innerhalb der Praxis hat grundsätzlich ausschließlich Dr. Sebastian Wolf Zugriff auf die Behandlungsdaten. Andere Behandelnde, Versicherungen oder Krankenkassen erhalten keinen Zugriff.
Technische Dienstleister verarbeiten Daten nur im vertraglich vereinbarten und technisch erforderlichen Umfang. Eine Weitergabe erfolgt nur aufgrund einer Rechtsgrundlage, Ihrer Einwilligung oder einer gesetzlichen Pflicht.
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Nein. Als Privatpraxis besteht derzeit kein routinemäßiger Zugriff auf Ihre elektronische Patientenakte der gesetzlichen Krankenversicherung.
Informationen aus anderen Behandlungen werden über Unterlagen eingeholt, die Sie bereitstellen, oder mit Ihrer ausdrücklichen Einwilligung von benannten Stellen angefordert
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Die Praxis speichert keine Ton- oder Videoaufzeichnungen der Gruppensitzungen. Die therapeutisch relevanten Inhalte werden schriftlich in der Behandlungsakte dokumentiert.
Andere Ton-, Video-, Bildschirm- oder Screenshot-Aufzeichnungen sind nicht erlaubt. Alle Teilnehmenden verpflichten sich zur Vertraulichkeit.
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Alle Teilnehmenden verpflichten sich vertraglich, Identität, Aussagen und persönliche Informationen anderer Gruppenmitglieder vertraulich zu behandeln.
Sie nehmen in einem geschlossenen Raum ohne mithörende Dritte teil. Kopfhörer werden empfohlen. Aufzeichnungen, Screenshots und die Weitergabe von Zugangslinks oder Chat-Inhalten sind untersagt.